Im Sommer 2015 sollte der Grünstein-Klettersteig in seiner einfachsten Variante „Isidor“ der Abschluss unseres Urlaubs am Chiemsee sein. Wählt man eben diese Variante Isidor bietet der Klettersteig auf den Grünstein eine maximale Schwierigkeit „C“, wobei diese Stellen relativ kurz sind und von deutlich leichtere Stellen gefolgt werden. Für blutige Anfänger ist der Steig vermutlich aufgrund seiner Länge schon ungeeignet, wer aber etwas Fitness beim Bergwandern gesammelt hat sollte die wenigen C-Stellen problemlos bewältigen können.

Die Variante „Hotelroute“ und „Räuberleiter“ bieten Stellen im Bereich D (eine sehr kurze Stelle „E“) und der alternative Ausstieg über die „Gipfelwand“ ist durchgehend leicht überhängend mit D/E- und E-Stellen.

Ausrüstung

Zur Standard-Ausrüstung am Klettersteig gehören für uns in jedem Fall:

– Helm
– Klettersteigset
– Rastschlinge mit Schraubkarabiner
– Rucksack mit Handy, Rettungsdecke, Müsliriegel und Getränk

Aufgrund der südlichen Ausrichtung des Steigs hat man dauerhaft die Sonne in Rücken und Nacken: Wer hier also empfindlich ist sollte zumindest ein Shirt anziehen, das die Schultern bedeckt und eventuell auch einen Sonnenschutz für den Nacken mitnehmen. Außerdem sollte man hier an warmen Tagen lieber etwas mehr zu trinken mitnehmen als zu wenig 😉

Parken

Parken kann man direkt am Königssee auf dem großen Ausflugs-/Wanderparkplatz für 5 EUR am Tag: http://www.koenigssee.com/parkgebuehren.htm

Von dort hat man einen Zustieg von etwa 40 Minuten zum Anseilplatz des Klettersteigs.

Zustieg

Vom Parkplatz in Schönau kann man sich (sofern Bedarf besteht) erstmal mit unglaublich viel Touristen-Kitsch eindecken, wir empfehlen aber das lieber nach dem Steig auf dem Rückweg zu machen 😉 In der Regel muss man sich hier auch erstmal durch hunderte asiatische Touristen kämpfen bis man den Königssee überquert und sich auf den Weg Richtung Bobbahn macht.

Von hier an geht es schon gut bergauf, bis zum Anseilplatz hat man schon einige Höhenmeter vernichtet. Insgesamt aber ein schöner Zustieg über ordentliche Pfade und Wege, wenn auch manchmal ganz schön steil 😉

Kurz bevor man zum Anseilplatz der leichteren Isidor-Variante kommt hat man die Möglichkeit nach rechts zu den Einstiegen der Hotelroute und Räuberleiter abzubiegen, wir entschieden uns erstmal für die leichtere Version dieses tollen Steigs.

Klettersteig


Der Einstieg in den Grünstein-Klettersteig erfolgt über einige Trittklammern, die einen relativ früh zur ersten C-Passage am sog. Beppopfeiler bringen. Dies ist zwar nicht die einzige C-Passage im Steig, dafür aber die schwierigste, denn hier ist der Fels schon ziemlich speckig und rutschig und man muss aufmerksam treten um nicht abzurutschen. Nach dem Beppopfeiler folgt das Werner-Wandl und nachdem man ein kurzes Stück durch grasiges Gelände gestapft ist erreicht man die Hängebrücke, die die beiden schwierigeren Varianten mit der Isidor-Route zusammenführt.

Wenn kein Verkehr aus Richtung der Hotelroute oder Räuberleiter zu erwarten ist kann man hier auf der Bank ein kurzes Päuschen einlegen (für eine längere Brotzeit folgt später noch eine Bank mit wahnsinnigem Ausblick) und ein kurzes Fotoshooting auf der Hängebrücke veranstalten. Aufgrund ihrer exponierten Lage und dem Königssee, der ein wenig hinter dem Berg herausblickt, eignet sie sich dazu wirklich sehr gut.

Lasst aber noch etwas Platz auf der Speicherkarte, denn nach der folgenden Kastner-Fritz-Traverse folgt das „Fotoloch“, welches ein mindestens genauso spektakuläres Motiv abgibt.

Der folgende Sulzberg-Überhang ist komplett mit Klammern versehen und auch nur leicht überhängend, sodass er trotz seiner C-Bewertung eigentlich kein Problem darstellen sollte. Nach etwas längerem Gehgelände (A) folgt das Quittenbaumeck und ein letzter kleiner Überhang (C). Darauf steigt man wieder ein paar Meter in eine Rinne ab, kommt am Steigbuch (und einem Geocache) vorbei und hat es quasi geschafft. Es folgt jetzt nur noch leichtes Gehgelände (A) bis zum Gipfel. Auch wenn es unnötig erscheint: Sichert euch trotzdem am Stahlseil, der Weg ist schmal und das Gelände daneben fällt sehr steil ab.

Bis zu Abzweigung zur Gipfelwand-Variante gibt es drei Rastmöglichkeiten auf Bänken von denen man einen tollen Blick auf den Königssee hat. Alle drei Bänke sind aber voll der Sonne ausgesetzt, wer also lieber etwas Schatten haben will sollte zügig zum Gipfel aufsteigen und im Abstieg in der Grünsteinhütte einkehren. Allerdings kann man von hier aus noch (ungesichert) einen kleinen Nebengipfel besteigen, dessen Hauptaufgabe aber eher als „Scheißhaus“ zu beschreiben ist – schade.

Abstieg

Hat man sich in das Gipfelbuch eingetragen (und den dortigen Geocache gefunden  ) geht es über den markierten Weg zur Grünsteinhütte. Von dort folgt man einfach den Wegweisern zurück zum Königssee und kann dort die geschundenen Füße abkühlen.

Der Abstieg von der Grünsteinhütte ist bis zum Aufstiegsweg teilweise etwas verblockt und nicht ganz so einfach zu gehen, sodass man insgesamt ca. 1 Stunde für den Weg zurück zum Königssee braucht.

Grünsteinhütte

Die Grünsteinhütte liegt ein wenig unterhalb des Gipfels des Grünstein und ist im Abstieg von dort in wenigen Minuten zu erreichen. Eine Einkehr empfiehlt sich nicht nur allein deswegen, weil sie direkt am Weg liegt, es ist insgesamt eine lohnenswerte Hütte: http://www.gruensteinhuette.de

Informationen

Zustieg 00:40 h
Zeit im Steig 02:40 h
Abstieg 01:00 h
Höhenmeter 750 m
Strecke ca. 7,5 km

GPS-Track bei outdooractive.com

Infos und Topo bei bergsteigen.com

Gipfel (Grünstein): N47° 35.659′ E12° 57.935′
Grünsteinhütte: N47° 35.581′ E12° 57.715′

Was noch bleibt…

Plant eure Tour nicht allein aufgrund unserer Schilderung. Eine aktuelle Karte, Wetterbericht und die Infos von etwaigen Hüttenwarten sollten immer in die Planung mit einbezogen werden.
Ihr bewegt euch in alpinem Gelände seid nicht zu leichtfertig, denn eine Tour war nur dann erfolgreich, wenn ihr gesund nach Hause ankommt.