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Wer sich fit fühlt kann von Basar aus natürlich direkt ins Camp Emstrur gehen, wer aber, wie wir, genug Zeit für den Laugavegur eingeplant hat kann an diesem Tag auch einfach nur die 2 Kilometer ins Camp Langidalur auf der anderen Seite der Krossa gehen und einen Ruhetag einplanen – das Camp Langidalur bietet sich dafür sehr gut an. Der Weg dorthin führt zunächst über eine Schotterpiste und dann durch das Tal der Krossa hindurch. Das Camp sieht man bereits die ganze Zeit auf der anderen Seite. Je nach Jahreszeit führt die Krossa mal mehr und mal weniger Wasser, außerdem hat sie in dem breiten Tal keinen festen Verlauf. Mobile Brücken überspannen die tiefsten Stellen, den Rest muss man furten. In unserem Fall ging das Wasser an den Stellen, an denen keine Brücke stand, aber maximal bis zum Knöchel, man konnte die Wanderstiefel also anbehalten.


Tourenbericht

Erwartungsgemäß schliefen wir nach dem gestrigen Tag tief und fest du wachten erst relativ spät auf. Als erste gute Tat am Morgen verschenkten wir einen Spork in der Hoffnung, dass unsere verbleibenden die Tour überstehen würden und frühstückten dann gemütlich im Zelt.

Bei traumhaftem Wetter bauten wir unser Zelt ab und mussten feststellen, dass der Auf- und Abbau sich so langsam eingespielt hatte – es ging alles etwas zügiger voran. Liegt natürlich auch daran, dass man mit jedem Tag etwas mehr Platz im Rucksack hat und nicht mehr so akribisch packen muss 😉 Wir nutzten das Wetter und luden unsere Powerbank mit dem Goalzero Solarladegerät auf und befestigten es danach so am Rucksack, dass es während der Krossa-Überquerung geladen werden würde.

Nach einem kleinen Geocaching-Umweg machten wir uns dann an die Überquerung des Krossa-Tals. Es sollte unsere erste Furt überhaupt werden und wir hatten schon entsprechenden Respekt vor der ganzen Sache. Da aber gerade der Teil des Laugavegur noch gut touristisch erschlossen ist (man kann die Pórsmörk schließlich mit dem Bus anfahren) sind die kritischen Stellen (also dort wo die Krossa tief und mit viel Strömung fließt) mit mobilen Brücken überbaut. Die einzigen Stellen, die man dann ohne Brücke meistern musste waren maximal knöcheltief – alles also ganz easy. Da die Krossa aber jedes Jahr ihren Lauf in dem weiten Tal ändert kann sich natürlich auch die Schwierigkeit der Furt von Jahr zu Jahr ändern.

Während wir die Krossa überquerten fing es etwas an zu regnen, was aber zum Glück relativ schnell wieder vorbei war und gegen Sonnenschein getauscht wurde. Im Camp angekommen bauten wir dann erstmal unser Lager auf, hingen die Klamotten zum Trocknen und auslüften in die Bäume und ruhten uns erstmal noch etwas aus.

Damit wir nicht aus der Übung kommen entschieden wir uns dann noch dazu den Hausberg des Camps „Valahnukur“ zu besteigen:

Der Aufstieg ist technisch einfach, nach dem gestrigen Tag war er aber konditionell durchaus anspruchsvoll – wir merkten die Beine schon noch ganz gut :-/ Der Weg nach oben führt durch lichten Birkenwald, wobei das bei uns natürlich eher als „Sträucher“ statt Baum durchgehen würde 😉 Der Gipfel des Valahnukur ist frei und bietet einen tollen Blick auf die umliegende Landschaft, das Tal der Krossa und vor allem: den Myrdalsjökull, der uns gestern ja wegen Nebel verborgen blieb. Der Aufstieg lohnt sich allein dafür schon. Man kann sich auch schon mal den weiteren Verlauf des Laugavegur anschauen und den Sensor der Kamera glühen lassen 😉

Für den Rückweg muss man den Aufstiegsweg zurück gehen – eine Alternative habe ich weder vor Ort, noch auf der Karte ausmachen können.

Zurück im Camp gönnten wir uns je eine Dose Bier und eine Tüte Chips vor dem Abendessen. Das Essen bestand bei uns heute aus Trekkingnahrung von Lyo, was wirklich zu empfehlen ist – ehr hochwertig und einfach mal etwas ausgefalleneres. Gekocht werden musste draußen, essen konnte man aber im Gemeinschaftsraum beim Shop, was sich angeboten hat, denn die Temperaturen fallen recht zügig sobald die Sonne verschwindet.

Das Camp „Langidalur“

Das Camp Langidalur steht dem gegenüberliegenden Camp Basar in nichts nach. Es besteht aus einer Hütte für den Warden, eine Hütte für die Übernachtungsgäste, einem Sanitärgebäude und einer Hütte mit Gemeinschaftsraum und kleinem Shop. Außerdem gab es noch zwei Grills, von denen ich aber nicht weiß ob sie für die Hüttengäste reserviert sind.

Die Preise für die Übernachtung und Dusche waren vergleichbar mit denen in Basar, also um die 6.000 ISk für’s Übernachten in der Hütte, 1.500 ISK für’s Camping (jeweils pro Person) und 400 ISK für die heiße Dusche. Der Shop hatte Gaskartuschen in geringer Anzahl im Angebot, dazu noch Knabbereien, Bier und Dosenfutter. Ich würde mich auf dem gesamten Laugavegur aber nicht darauf verlassen zuverlässig Gas nachkaufen zu können, die Vorräte waren recht knapp bemessen. Ich kann auch leider nichts zu der Art der Kartuschen sagen, da wir mit Spirituskocher unterwegs sind.

Die Stellplätze für die Zelte waren hier wieder auf Grasflächen und wir konnten einen schönen Platz, etwas abseits, unter ein paar Birken ergattern. Das gesamte Camp war sehr gepflegt und wenn man überlegt ob man lieber in Basar übernachtet oder die 2 km weiter nach Langidalur gehen soll könnte ich mich nicht für eines der beiden Camps entscheiden.

Informationen

Basar-Langidalur

Strecke2,1 km
Aufstieg10 m
Abstieg25 m
Gehzeit (inkl. Pausen)00:45 h

GPS-Track bei outdooractive.com

Vallahnukur-Besteigung

Strecke2,4 km
Aufstieg230 m
Abstieg230 m
Gehzeit (inkl. Pausen)01:30 h

GPS-Track bei outdooractive.com

Basar: N63° 40.657′ W19° 28.910′
Langidalur: N63° 41.066′ W19° 30.804′
Valahnukur: N63° 41.000′ W19° 31.881′

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