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Wenn man der „normalen“ Planung folgen würde, wäre heute die Etappe von Emstrur nach Alftavatn dran. Wir kürzten etwas ab und liefen nur bis zum Camp Hvanngil, was uns ein paar Kilometer sparte. Die Etappe heute ist etwas langweilig – ist man doch von den vorherigen Tagen so verwöhnt gewesen. Nach dem Camp geht es erstmal etwas bergauf (keine Angst, es bleibt der einzige Anstieg für heute) zum Berg „Tuddi“ (zumindest nennt ihn die Karte so). Der Weg führt teils entlang von Offroad-Pisten über zwei Flüsse, die man aber mit Brücken überqueren kann. Kurz vor dem Camp Hvanngil wartet die anspruchsvolle Furt des Bláfjallakvisl auf euch. Hier ist wirklich Vorsicht geboten, das Wasser ist tief und fließt vergleichsweise schnell – die anspruchsvollste Furt der ganzen Tour. Nachdem ein Nebenarm wieder mit einer Brücke überquert wird erreicht man auch schon das Camp.


Tourenbericht

Wie immer waren wir früh wach, kamen morgens aber einfach nicht in die Socken -die warmen Schlafsäcke im Zelt sind eben doch gemütlicher als man denkt… Wir schnorrten uns noch etwas Sonnencreme bevor wir aufbrachen und entschieden uns dazu die Etappe, wegen Knieproblemen bei der besseren Hälfte, abzukürzen und nur bis zum Camp Hvanngil zu gehen.

Direkt nach dem Camp folgte der Aufstieg zum Berg „Tuddi“, der Weg war hier breit, „pistenartig“ und im Vergleich relativ langweilig. Der ganze Tag war eigentlich recht eintönig, der Laugavegur führt zunächst entlang von Pisten, dann über eine weite Ebene. Letztere ist zwar beeindruckend, der Weg darüber zieht sich aber gefühlt ewig in die Länge.

Die beiden ersten Flüsse überquert man mithilfe von Brücken und wir freuten uns, als wir endlich am Bláfjallakvisl ankamen. Die Furt dieses Flusses gilt allgemein als anspruchsvollste Furt der gesamten Tour und so war es auch bei uns. Der Fluss ist relativ breit und etwa oberschenkeltief, fließt dabei aber trotzdem mit relativ hoher Geschwindigkeit. Aufgrund des recht ebenen Flussbettes war die Furt dann aber weniger heikel, als anfangs befürchtet. Hier sollte man dann aber tatsächlich aufmerksam sein. Wer bis hierher noch etwas schlaftrunken unterwegs war wird spätestens vom eiskalten Flusswasser aufgeweckt 😉

Ein weiteres Flüsschen wird wieder über eine, zugegebenermaßen recht abenteuerlichen, Brücke überquert und kurz darauf steht man schon im Camp Hvanngil.

Das Camp „Hvanngil“

Hvanngil ist einfach ein Camp wie aus dem Reiseführer. In einem saftig grünen Talkessel liegt das Häuschen des Warden, sowie das Gästehaus. Das Sanitärgebäude ist etwas abseits und die Zeltplätze befinden sich windgeschützt zwischen alten Steinmauern auf einer weichen Wiese. Wenn man dann noch, so wie wir, strahlenden Sonnenschein hat könnte man den ganzen Tag an einer Steinmauer gelehnt auf der Wiese liegen…

Oder aber man besteigt einen der umliegenden Berge um einen Blick über die weite Ebene zu bekommen. Alftavatn ist zwar auch ein durchweg schönes Camp, direkt an dem gleichnamigen See gelegen, wir haben es aber keine Minute bereut nur bis Hvanngil gelaufen zu sein.

Das Camp war sauber und ordentlich, das einzige was gestört hat war die geführte Gruppe im Gästehaus. Aber auch das nur, weil sie sich abends Lachse auf den Grill gelegt hatten – da kann das Outdoorfood einfach nicht mithalten 😉

Einkaufsmöglichkeiten habe ich keine im Kopf, die Übernachtungskosten waren identisch zu denen der anderen Hütten und die heiße Dusche gab es wieder gegen Gebühr.

Informationen

Strecke12,7 km
Aufstieg320 m
Abstieg250 m
Gehzeit (inkl. Pausen)05:00 h

GPS-Track bei outdooractive.com

Emstrur: N63° 45.971′ W19° 22.418′
Hvanngil: N63° 49.911′ W19° 12.307′

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