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Zunächst geht es 4 km durch noch recht grüne Landschaft zu Camp Alftavatn (Das man auch am Vortag schon erreichen kann, wenn man will). Die einzige Furt auf dem Weg dorthin wurde durch Trittsteine im Wasser erleichtert, sodass das Wasser maximal knöcheltief war.
Vom Camp Alftavatn aus muss man nochmal eine kleine Furt meistern und sich dann an den 300HM zählenden Aufstieg des Jökultangen machen. Von hier hat man einen traumhaften Blick auf den, hinter einem liegenden, Alftavatn. Sobald man den höchsten Punkt erreicht ändert sich die Landschaft schlagartig in ein buntes Farbenmeer und die ersten dampfenden, heißen Quellen lassen sich blicken.
Nach einem weiteren kurzen Anstieg hat man einen super Blick auf die umliegenden Rhyolitberge und das breite Tal zwischen dern Bergmassiven Reykjafjöll und Hrafntinnusker. Am Ende des Tals sieht man auch bereits das, ca. 3km entfernt liegende, Camp. Bis dorthin muss man aber noch ein paar Dutzend Rinnen, Schneefelder und Schluchten durchqueren – der Eindruck von hier oben täuscht gewaltig über die Enfernung zum Camp hinweg.

Tourenbericht

Ein Tipp vorab: Die Blaubeersuppe von trek ‘n eat ist total lecker, es empfiehlt sich aber sie tagsüber zu sich zu nehmen und nicht abends als Dessert vor dem Schlafengehen. Denn dann ist quasi vorprogrammiert, dass man nachts raus muss 😉


Der Platz weckte uns mit strahlendem Sonnenschein und einer unglaublichen Ruhe. Gefrühstückt wurde heute sogar mal vor dem Zelt (und nicht wie sonst üblich im Zelt, in den Schlafsäcken eingewickelt) und um 10:30 Uhr waren wir bereit für die vorletzte Etappe.

Die ersten 4 km bis zum Camp Alftavatn (unser eigentliches Ziel des gestrigen Tages) blieb die Landschaft noch sehr grün und es musste gleich der erste Fluss gefurtet werden. Dank einiger Trittsteine ging das Wasser aber maximal bis zum Knöchel und wir konnten die Stiefel anlassen. Von hier aus hieß es dann erstmal, wieder teils auf Pisten, Kilometer zu machen bevor, nach einer weiteren knöcheltiefen Furt, der 300 HM zählende Anstieg zu Jökultangen vor uns lag.

Der war zwar kräftezehrend, bescherte uns aber einen traumhaften Ausblick auf den hinter uns liegenden Alftavatn. Und leider auch auf ein asiatisches Pärchen, dass den Abstieg in ihren Turnschuhen eher runterrutschte als, dass es ihn lief. Leider Gottes hat sich irgendwann während des Aufstiegs etwas Dreck auf dem Sensor der Kamera gesammelt, ab hier müsst ihr also leider mit ein paar „Flecken“ auf den Bildern rechnen 🙂

Oben angekommen sieht man dann auch die ersten heißen Quellen der Tour und die vielen dampfenden Löcher im Boden waren schon wirklich beeindruckend. Die Landschaft änderte sich ab hier auch schlagartig und der Boden färbte sich, wie man es aus jedem Island-Reiseführer kennt, bunt. Nach einem weiteren kleinen Anstieg hatten wir einen beeindruckenden Blick auf die umliegenden Rhyolitberge und das breite Tal zwischen den Bergmassiven Reykjafjöll und Hrafntinnusker. Am Ende des Tals war dann auch schon unser heutiges Tagesziel zu sehen.

Bis dahin hatten wir aber noch 3 km vor uns, die zwar von hier oben sehr flach aussahen, in Wirklichkeit aber aus dutzenden kleinen Schluchten bestanden – ein ständiges Auf und Ab war hier wirklich sehr ermüdend. Zusätzliche Altschneefelder in den sonnengeschützten Schluchten hielt zusätzlich auf.

Am Camp angekommen haben wir uns einen etwas größeren Schutzwall für unser Zelt ausgeguckt und haben dann im Sturm das Zelt aufgebaut.

Das Camp „Hrafntinnusker“

Das Camp am „Hrafntinnusker“ liegt sehr exponiert am Berghang und bietet extra angelegte Schutzwälle aus scharfkantigem Lavagestein für die Zelte um sie vor dem Wind hier oben zu schützen. Auch der Boden ist gesät mit scharfen Lavasteinen, sodass man hier wirklich über ein Footprint für’s Zelt nachdenken kann. Wir haben es uns gespart (es ist wirklich der einzige Platz, der ein Footprint erfordert) und den Boden vorher kurz von den gröbsten Kollegen befreit. Hier braucht man dann auch stabile Heringe für den harten Boden, für’s Abspannen (Was hier oben definitiv sorgsam gemacht werden sollte) sollte man ein paar Meter Reepschnur dabei haben um den Schutzwall zur Hilfe nehmen zu können. Nachts und vor allem morgens müsst ihr euch auf viel Wind und eine entsprechend unruhige Nacht einstellen.

Man war natürlich von der Infrastruktur der letzten Camps ziemlich verwöhnt und so enttäuschend war Hrafntinnusker dann leider. Es gab nur fließendes Wasser zum Waschen, keine Duschen und nur ein Plumpsklo, das wirklich in einem schlechten Zustand war. Das Plumpsklo war dann auch noch im selben Raum wie die Waschbecken, was wirklich nicht appetitlich war. Die Waschstelle außerhalb der Hütte war außer Betrieb, die hätten wir trotz des Winds hier oben definitiv vorgezogen. Wir waren froh, dass wir nicht von Norden nach Süden gelaufen sind, denn dann wäre dieses Camp das erste gewesen und wir hätten wahrscheinlich regelrecht Angst vor dem gehabt, was da noch kommen mag 😉

Informationen

Strecke16,2 km
Aufstieg1.000 m
Abstieg550 m
Gehzeit (inkl. Pausen)06:00 h

GPS-Track bei outdooractive.com

Hvanngil: N63° 49.911′ W19° 12.307′
Hrafntinnusker: N63° 55.993′ W19° 10.082′

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