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Der Name des Laugavegurs ist, laut Wikipedia, auf die heißen Quellen (isländisch = laugar) zurückzuführen, die man auf dem gesamten Weg antrifft. Von Landmannalaugar im Norden führt er über 54 km bis nach Pórsmörk. Von dort aus kann er über den Fimmvörðuháls bis nach Skógar an der Ringstraße verlängert werden und kommt so auf gute 80 km und, laut unseren Aufzeichnungen, 3.700 Höhenmeter Aufstieg.

An- und Abreise

Egal, ob man den Laugavegur von Landammalaugar Richtung Süden bis nach Pórsmörk oder Skógar gehen will, oder lieber von Skógar oder Pórsmörk Richtung Norden nach Landmannalaugar: Alle Ziele lassen sich bequem per Bus von Reykjavik aus erreichen.


Die beiden großen Busunternehmen, die diese Routen bedienen sind reykjavik excursions und sterna travel. Die Preise sind dabei im Rahmen, wenn man bedenkt, dass die Busse durch die Offroad-Pisten einen ziemlich hohen Wartungsaufwand haben dürften und man auch einige Stunden von Reykjavik nach Landmannalaugar oder Skógar unterwegs ist. In 2017 kostet die Verbindung Reykjavik-Landmannalaugar kostet mit reykjavik excursions 9.000 ISK (ca. 75 EUR), mit sterna travel ist man 8.000 ISK (ca. 67 EUR) los – jeweils one way. Die Verbindung von Reykjavik nach Skógar kostet 6.700 ISK mit reykjavik excursions (ca. 56 EUR) und 5.300 ISK (ca. 45 EUR) mit sterna travel. Beide Busunternehmen halten u.a. am Campingplatz in Reykjavik, was für die meisten Wanderer von Vorteil sein dürfte.

Genaue Infos zu den Abfahrtszeiten und -orten, sowie den Preisen und Möglichkeiten die Tickets vorab online zu buchen findet ihr auf der jeweiligen Homepage des Anbieters:

reykjavik excursions
sterna travel

Gehrichtung

Die Frage nach der Gehrichtung stellt sich natürlich zwangsläufig. Genauso die, ob man den Laugavegur bis nach Skógar verlängern soll oder nicht…

Wir waren uns bei der Planung auch nicht ganz sicher, entschieden uns dann aber für die verlängerte Variante von Süden nach Norden. Am Ende war das auch die absolut richtige Entscheidung. Der Weg von Skógar nach Pórsmörk führt einen nämlich zum einen am Skogarfoss vorbei, im weiteren Verlauf über Altschneefelder am Fimmvörðuháls und über erkaltete Lava des Eyjafjallajökull-Ausbruch von 2010. Mit einem kleine Umweg kommt man sogar noch an den beiden Kratern Magni und Módi vorbei. Das sind definitiv Dinge, für die sich die zusätzliche Plackerei lohnt. Unterschätzt dabei aber nicht den Aufstieg zum Fimmvörðuháls – von Pórsmörk aus sind ca. 1.100 Höhenmeter zu überwinden, von Skógar aus sogar 1.300! Für schwächere Geher bietet es sich daher an auf der Fimmvörðuskáli zu übernachten (unbedingt reservieren!!!!).

Der Vorteil der Gehrichtung von Süden nach Norden ist zum einen, dass man für den Aufstieg von Skógar zum Fimmvörðuháls noch fit ist (dafür aber auch etwas mehr Gewicht dabei hat, da die Vorräte noch randvoll sind) und zum anderen (und das ist viel viel wichtiger), dass man mit dem Hot-Pot in Landmannalaugar ein Ziel vor Augen hat, für das es sich lohnt, sich auch mal zu quälen. Klar, der Skógarfoss ist als Ziel auch nicht zu verachten, es geht aber nichts darüber die müden Beine nach 5-7 Tagen Wandern in einen heißen Hot-Pot zu halten, dabei ein kühles Leichtbier zu trinken und über das, mit Wollgräsern bewachsene, zu schauen.

Übernachten und Hüttenausstattung

Darüber, ob das Wildzelten am Laugavegur erlaubt, verboten oder im Ernstfall geduldet wird gibt es unterschiedliche Infos – eine wirklich verlässliche Quelle konnte ich bei meiner Recherche nicht finden. Aufgrund der Tatsache, dass es im Bereich der vielen Hütten am Weg aber schön präparierte Zeltplätze mit fließendem Wasser, Toilettenhäuschen und (in der Regel) sogar heißen Duschen gibt, war für uns eh klar, dass wir an den Hütten übernachten werden. Die Übernachtung dort ist mit 1.200 ISK (ca. 10 EUR) für eine Zeltplatz (um die 5.000 ISK für eine Hüttenübernachtung) zwar nicht gerade günstig, man sollte die Leistung aber auch irgendwie unterstützen, finden wir. Das Nutzen der heißen Duschen schlägt dann nochmal mit 500 ISK (ca. 4 EUR) zu Buche – ist man zu zwei unterwegs kann man sich die Dusche aber locker teilen, so lange läuft sie.

Die Nutzung der Hütten ist in erster Linie den Hüttengästen vorbehalten, aber auch für die Besucher mit Zelt gibt es Toiletten (bis auf die Hütte am Hrafntinnusker, dort waren es Plumpsklos) mit Wasserspülung und einen Waschplatz. Wir haben den Service nie genutzt und können daher nichts genaues dazu sagen, zumindest in einigen Hütten gibt es aber auch die Möglichkeit die „Küche“ (für Zeltgäste gegen Gebühr) mit zu nutzen.

Einige Hütten bieten die Möglichkeit Kleinigkeiten einzukaufen, hier sollte man sich aber nicht darauf verlassen, dass es a) an jeder Hütte etwas zu kaufen gibt und b), dass das Sortiment zu jederzeit gleich ausgestattet ist. Gaskartuschen gibt es vereinzelt (wenn sie nicht ausverkauft sind), in Langidalur gab es eine etwas größere Auswahl (u.a. Chips, Bier, Dosengerichte), am Hrafntinnusker hingegen gab es gar nichts und Landmannalaugar wartet mit der legendären Mountain Mall auf, in der man seinem Shoppingwahn nach Süßigkeiten, alkoholhaltigen Getränken, Brot (nach 6 Tagen Porridge eine Wohltat) und sogar Käse fröhnen kann.

In den Etappenberichten gehen wir dann nochmal genauer auf die einzelnen Hütten, deren Zeltplätze und Ausstattung ein.

Schwierigkeiten und Gefahren

Die Schwierigkeiten und Gefahren am Laugavegur sind in erster Hinsicht vom Wetter abhängig.

Orientierung
Der Weg ist durchgehend sehr gut in kurzen Abständen mit Holzpfosten markiert. Schwierigkeiten entstehen dann eigentlich nur bei dichtem Nebel, wenn man den nächsten Pfosten nicht mehr sehen kann. Und obwohl die Pfosten teilweise im Abstand von gefühlt 50 m stehen kann das, vor allem am Fimmvörðuháls, ganz schnell passieren. Auf Schneefeldern stehen beispielsweisekeine Pfosten, dort oben ist es aber oftmals so neblig, dass man das Ende des Schneefeldes nicht sehen kann. Hier gilt es also immer aufmerksam zu sein und den Spuren der Vorgänger zu folgen.

Wetter
Im Allgemeinen ist das Wetter auf Island immer ein Risikofaktor. Im Hochland kann das Wetter auch im Sommer schnell mal zu Minusgraden umschlagen, starker Wind und der entsprechende Windchill, sorgt dann schnell für Unterkühlung. Hier sind wieder der Fimmvörðuháls und der Hrafntinnusker besonders zu erwähnen. Im Bereich des Hrafntinnusker mahnt ein entsprechendes Denkmal für den 2004 im Schneesturm ums Leben gekommenen Wanderer die vorbeikommenden Wanderer an.
Aus Erfahrung können wir aber (und wir wissen, dass das jetzt den Neid in euch wecken wird) sagen, dass es auch umgekehrt sein kann: Man findet auf dem Laugavegur praktisch kein schattiges Plätzchen. Ist man gut eine Woche dort unterwegs, sollte man sich doch zur Sicherheit etwas Sonnencreme und eine Kopfbedeckung mitnehmen. Es ist wie am Meer: Durch den Wind merk man die Sonneneinstrahlung nicht und ehe man sich versieht hat man einen beachtlichen Sonnenbrand auf den Ohren…

Furten
Auf dem Laugavegur sind eine handvoll Furten zu bewältigen. Die Flüsse führen in der Regel nachmittags mehr Wasser als morgens – sollte man hier also zu großen Respekt haben sollte man sich die erste Furt vielleicht eher für den Morgen einplanen. Wir persönlich empfanden nur die Furt des Bláfjallakvísl, kurz vor dem Camp Hranngil, als anspruchsvoll. Es war eigentlich die einzige, die wirklich tief war und dabei auch merklich Strömung aufwies.

GPS-Tracks, Kartenmaterial und Reiseführer

Wir sind große Freunde unseres Garmin etrex 30 GPS-Geräts, haben aber auf solchen Touren immer noch eine Papierkarte als Backup dabei. Hierbei können wir die Karte „Landmannalaugar, Pórsmörk, Fjallabak“ von Mal Og Menning (erhältlich bei Amazon: Landmannalaugar – Porsmörk, Fjallabak 1 : 100 000
) empfehlen.

Das Internet bietet zwar im Normalfall alle relevanten Informationen, die man für die Planung der Tour braucht, der kompakte Wanderführer „Island – das südliche Hochland“ von Uwe Grunewald passt aber noch locker in den Rucksack und bietet Lesestoff für den Abend im Zelt um sich auf den nächsten Tag einzustellen.

Für intensive GPS-Nutzer geht natürlich kein Weg an einer ordentlichen Karte für das Gerät vorbei. Jutta & Tom von www.ourfootprints.de stellen auf ihrer Homepage eine wirklich gute MapSource-Karte zur Verfügung (Direktlink), die uns die Planung zu Hause und Orientierung unterwegs enorm erleichtert hat.

Wegpunkte der Camps auf dem Laugavegur:

Skógar: N63° 31.690′ W19° 30.723′
Basar: N63° 40.657′ W19° 28.910′
Langidalur: N63° 41.066′ W19° 30.804′
Emstrur: N63° 45.971′ W19° 22.418′
Hvanngil: N63° 49.911′ W19° 12.307′
Alftavatn: N63° 51.438′ W19° 13.600′
Hrafntinnusker: N63° 55.993′ W19° 10.082′
Landmannalaugar: N63° 59.453′ W19° 03.566′

GPS-Tracks bei outdooractive.com:

Laugavegur Süd-Nord
Skógar – Basar
Basar – Langidalur
Langidalur – Emstrur
Emstrur – Hvanngil
Hvanngil – Hrafntinnusker
Hrafntinnusker – Landmannalaugar

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