Der Hausbachfall Klettersteig sollte seinerzeit unser „Klettersteig-Debüt“ werden. Der relativ kurze Steig mit seiner humanen Schwierigkeit (eine kurze Stelle „C“) schien uns für Anfänger als geeignet. Dazu kam dann noch der relativ kurze Zustieg und das idyllische Reit im Winkl als Ausgangspunkt dieser Unternehmung.

Der Hausbachfall eignet sich auch super für Familien, denn die Mitglieder, die nicht in den Steig wollen, können auf der gegenüberliegenden Talseite parallel zum Steig aufsteigen und den Rest bei ihren Qualen beobachten.

Ausrüstung

Zur Standard-Ausrüstung am Klettersteig gehören für uns in jedem Fall:

– Helm
– Klettersteigset
– Rastschlinge mit Schraubkarabiner
– Rucksack mit Handy, Rettungsdecke, Müsliriegel und Getränk

Für den kurzen Hausbachfall-Klettersteig ist das auch vollkommen ausreichend. Der Steig liegt allerdings zumeist voll in der Sonne, wer empfindlich ist sollte entsprechenden Schutz (in welcher Weise auch immer) mit im Gepäck haben.

Parken

Geparkt werden kann direkt in Reit im Winkl an der Festhalle im Ort. Der Parkplatz ist gebührenpflichtig. Den genauen Tarif weiß ich zwar nicht mehr, es war aber nicht überzogen und der kurze Weg zum Einstieg ist es wert.

Zustieg

Vom Parkplatz am Festsaal ist man, wie bereits erwähnt, in ca. 15 Min. am Einstieg. Man folgt der Hauptstraße zur Kirche und geht von dort in Richtung Klamm. Der Hausbachfall ist auch ausgeschildert, sodass man das Ganze eigentlich nicht verfehlen kann. Nach dem Barfußpfad kommt man schon an den Anseilplatz mit großer Tafel, auf der man nochmal das Topo sehen kann und schon einmal einen ersten Blick auf den Steig werfen kann.

Hausbachfall Klettersteig

Bevor es tatsächlich „ernst“ wird und es an das Stahlseil geht, muss man erst einmal eine steile, unversicherte, Graspassage hinter sich lassen, die dann direkt am Einstieg endet.

Querung nach der Schlüsselstelle

Nach der Schlüsselstelle wird die Querung flacher

Von dort aus führt eine Aluleiter an den Fels und endet direkt in der Schlüsselstelle. Gerade für Anfänger gut, denn man kann im Zweifel tatsächlich hier noch umkehren, sollte man die Schlüsselstelle nicht schaffen. Wir konnten sie hingegen gut meistern, hatten allerdings etwas Angst, dass es so weitergehen würde, denn dafür hätte die Kraft nicht gereicht. Ihr könnt euch aber sicher sein, dass ihr hier die schwerste und kräftezehrendste Passage hinter euch gelassen habt.

Blick auf die Bretter im Hausbachfall-KlettersteigDanach ging es in eine flachere Querung und man konnte die Arme etwas entspannen. An der folgenden Querung gibt es zwar Bretter als Tritthilfen, als großer Mensch war es aber gar nicht so einfach bequem an das Seil zu fassen – Kinder hingegen kommen auch hier bequem dran.

Im Anschluss kam nochmal eine Stelle im Schwierigkeitsgrad „C“, die sich aber leichter angefühlt hat als die Schlüsselstelle zu Beginn. Hier war es einfach eine Querung mit schlechten, aber vorhandenen, Tritten. Da es unser erster Steig war gingen wir ihnen mit relativ voluminösen Trekkingstiefeln an, was hier nicht unbedingt hilfreich war (endlich mal wieder ein Grund für neue Schuhe!). Von hier aus hat man auch einen wunderbaren Blick auf die gegenüberliegende Seite des Tals, dass sich der Hausbachfall hier erobert hat, und kann den Wanderweg sehen, den man im Anschluss für den Abstieg nutzt.

Ausblick auf Reit im WinklBevor man zu dem Highlight des Steigs – der Seilbrücke – kommt gibt s nochmal ein lauschiges Plätzchen für eine Brotzeit, die man sich aufgrund des schönen Ausblicks hier, auch wenn der Steig sehr kurz ist, ruhig gönnen kann.

Die Seilbrücke markiert gleichzeitig ungefähr die Hälfte des Steigs und ist (auch nach einigen weiteren Klettersteigen) wirklich ein Highlight, weil sehr gut in Schuss gehalten. Es handelt sich um eine 3-Seil-Brücke, die wirklich sehr gut gespannt ist und entsprechend „einfach“ zu begehen.

Der Rest des Steiges bot dann keinerlei Schwierigkeiten mehr und ließ sich durchweg flüssig gehen. Kurz vor dem Ende kommt nochmal eine Stelle im Grad „C“, die aber noch harmloser ist als die beiden zuvor. Über einen Baumstamm geht es dann über den Hausbach zum Ausstieg des Steigs.

Abstieg

Kriegergedächtniskapelle Reit im WinklDer Steig endet direkt am, bereits angesprochenen, Wanderweg. Es steht auch gleich eine Bank bereit an der man bequem seine Ausrüstung wieder in den Rucksack packen kann bevor man sich an den Abstieg macht. Bevor man das macht sollte man aber, gerade im Sommer, nochmal die Füße in den Bach halten 🙂

Der Weg führt in ca. 30 Minuten zurück zur Festhalle. Dabei passiert man noch die Kriegergedächtniskapelle (ein Blick hinein lohnt sich) und kommt wieder am Barfußpfad raus.

Fazit

Erfahrene Klettersteiggeher müssen nun nicht extra nach Reit im Winkl fahren, da gibt es lohnenswertere Ziele. Wenn man aber sowieso in der Nähe ist sollte man ihn auf keinen Fall links liegen lassen.
Für Anfänger halten wir ihn besonders geeignet: Er hat einen kurzen Zustieg, ist insgesamt nicht zu lang und bietet mit seinen 3 „C“-Stellen und der Hängebrücke alles, was einem auch in den längeren Steigen begegnet.

Informationen

Zustieg 00:15 h
Zeit im Steig 01:00 h
Abstieg 00:30 h
Höhenmeter 170 m

Infos und Topo bei bergsteigen.com