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Gletschersee-Abfluss
Gletschersee-Abfluss

Der Zustieg zur Kürsinger Hütte erfolgt vom Parkplatz Hopffeldboden durch das Obersulzbachtal. Der Weg ist insgesamt ca. 14 km lang und überwindet bis zur Hütte gut 1.500 Höhenmeter.


Es ist sinnvoll, zumindest im Aufstieg, am Parkplatz über die Brücke zu gehen und auf der östlichen Talseite aufzusteigen. So hat man zumindest auf den ersten Kilometern keinen Autoverkehr und geht auf schönen Pfaden bergauf, statt auf einer geschotterten „Autobahn“.

Zunächst geht es auf kleineren Pfaden, meist noch durch Wald, zur Kampriesenalm (Einkehr möglich). Auf halbem Weg zwischen Kampriesenalm und Berndlalm trifft man auf die geschotterte Straße, die wir bis hierhin schön umgangen sind. Bis zur Berndlalm geht der Weg auch weiterhin durch waldiges Gebiet, ein paar hundert Meter vor der Alm kann man durch die Bäume einen wunderbaren Blick auf den Seebach- und Gamseckfall werfen. Es führt auch ein kleiner Pfad rechts ab zu einem Aussichtspunkt auf die beiden Wasserfälle. Wenn eine Alm auf dem Weg zum Rasten einlädt, dann ist es übrigens die Berndlalm: Ein großes Gelände bietet mit seinem Kleingehege mit Ziegen, Hasen und Co. auch für Kinder eine Abwechslung, während sich die Erwachsenen bei Hopfensmoothies rehydrieren 😉

Der Wirtschaftsweg führt uns nun weiter an einigen unbewirtschafteten Almen vorbei. Weidevieh ist unser ständiger Begleiter, bis wir nach ungefähr der Hälfte unserer heutigen Wanderung die Postalm erreichen. Auch hier kann man einkehren und sich u.a. mit selbst gebackenem Brot für das letzte Stück stärken – wenn man allerdings in jeder Alm einkehrt sollte man doch etwas früher losgehen um rechtzeitig zum Abendessen auf der Hütte zu sein 😉

Unser nächstes Zwischenziel ist die Talstation der Materialseilbahn der Kürsinger Hütte. Von hier aus hat man zwei Möglichkeiten um zur Hütte zu gelangen: Über den Normalweg (quasi der direkte Weg) – einen gesicherten Pfad entlang der Seilbahn, oder über den Gletscherlehrpfad hinauf zur ehemaligen „türkischen Zeltstadt“, dem Gletschersee und dem Klettersteig „Schmuck-Steig“ und über diesen dann zur Hütte.

Wir entschieden uns im Aufstieg für letztere Variante und gingen am Ufer des tosenden Gletschersee-Abflusses bergauf bis zum Gletschersee. Markierungen am Wegesrand geben immer wieder Auskunft darüber bis zu welcher Stelle der Gletscher in welchem Jahr gereicht hat. Das ist zum einen sehr aufschlussreich, zum anderen aber auch wirklich erschreckend, wenn man bedenkt, dass das Tal bis vor einigen Jahrzehnten noch mit einer meterdicken Eisschicht bedeckt war. Am Gletschersee kann man nochmal eine Brotzeit einlegen bevor es dann in den Klettersteig geht. Dieser ist mit einer maximalen Schwierigkeit von A/B wirklich leicht zu gehen – wir haben sogar auf ein Klettersteigset verzichtet und uns mit Bandschlingen gesichert. Das entspricht zwar ganz du gar nicht den aktuellen Sicherheitsstandards, wenn man aber bedenkt, dass wir am nächsten Tag den NO-Grat des Keeskogels ohne Sicherungen gehen haben wir uns das zusätzliche Gewicht des Klettersteigsets gespart.

Nach knapp einer Stunde im unspektakulären Schmuck-Steig kommt man am Fuß der hütteneigenen Kletterwand vorbei und steht kurze Zeit später auf der Terrasse der Kürsingerhütte – der Aufstieg ist schon einmal geschafft!

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