Die 3 Stripsenjoch Klettersteige am Stripsenjochhaus werden gerne auch „Übungsklettersteige“ genannt, was für den ein oder anderen vielleicht etwas irreführend sein mag. Schließlich bieten sie (selbst ohne Berücksichtigung der schweren Ausstiegsvariante am oberen Stripsenkopf-Steig) Schwierigkeiten bis in den Bereich „C/D“, was für blutige Anfänger nicht unbedingt der ideale Einstieg ist.

Die Klettersteig-Anlage am Stripsenjochhaus besteht aus den 3 Klettersteigen „Hundskopf-Klettersteig“, „unterer Stripsenkopf-Klettersteig“ und „oberer Stripsenkopf-Klettersteig“ und lassen sich wunderbar zu einer Tour kombinieren. Was man trotz allem im Hinterkopf haben sollte ist der Aufstieg, der ungefähr 1:30 Stunden in Anspruch nimmt.


Ausrüstung

Zur Standard-Ausrüstung am Klettersteig gehören für uns in jedem Fall:

– Helm
– Klettersteigset
– Rastschlinge mit Schraubkarabiner
– Rucksack mit Handy, Rettungsdecke, Müsliriegel und Getränk

Anfahrt/Parken

Zustieg
Zustieg


Über Griesenau geht es auf den Kaiserbachtalweg, eine mautpflichtige (4 EUR pro PKW für Hin- und Rückfahrt) idyllische Straße, die uns nach ca. 3 km zur Griesner Alm führt. Hier stehen ausreichend Parkplätze zur Verfügung, aber Achtung: Die Alm ist extrem touristisch erschlossen, Reisebusse sind keine Seltenheit 😉
Man kann natürlich auch von der Mautstation die 3-4 km zur Alm laufen, für uns sollte heute aber ein etwas ruhigerer Tag auf dem Programm stehen, also war die Autofahrt genau das richtige.

Wer laufen möchte, sollte vom Parkplatz an der Mautstelle etwas zurückgehen und dort auf die andere Seite des Kaiserbachs wechseln – so muss man sich nicht die Straße mit den Autos teilen.

Zustieg

Unser erstes Ziel, das „Stripsenjochhaus“, ist bereits ab der Griesner Alm ausgeschildert und somit nicht zu verfehlen. Wir waren insgesamt ca. 1:30 Stunden auf dem Weg 801 bis zum Stripsenjochhaus unterwegs, der Weg zum Einstieg des Hundskopf-Klettersteigs war danach in wenigen Minuten erledigt.

Klettersteig

Der Hundskopf-Klettersteig ist der erste Steig auf dem Programm. Den Einstieg erreicht man, wenn man vom Stripsenjochhaus in Richtung Stripsenkopf geht und an der Abzweigung dem Weg Richtung Feldberg folgt. Kurz nach der Abzweigung (ca. 15 Minuten von der Hütte) befindet sich der Einstieg mit ein wenig Platz zum Anseilen.

Hundskopf im Hintergrund
Hundskopf im Hintergrund

Der Steig beginnt mit einem kleinen Kamin, der direkt in einen kleinen Überhang (Schwierigkeit „C“) führt. Das Stück hatte es tatsächlich in sich und fühlte sich für uns ein wenig schwerer an. Wobei man dazu sagen muss, dass wir schon einige anstrengende Tage hinter uns hatten… Einsteiger müssen hier aber sicher schon etwas aufpassen. Nach etwas grasigem Gelände hat man die Wahl direkt („B/C“) auf den Hundskopf zu gehen oder zunächst unter dem Gipfel zu queren, steil („C/D“) auf den Nebengipfel zu steigen und von dort über eine kurze, aber luftige, Zweiseilbrücke den Gipfel des Hundskopf zu erreichen.

Wir entschieden uns für die zweite Variante und empfanden sie nicht schwieriger als den Überhang zu Beginn. Damit hat man auch schon den ersten der drei Steige hinter sich, kann kurz auf dem Hundskopf rasten und danach dem Wegweiser zum unteren Stripsenkopf-Klettersteig folgen.

fotogene Querung
fotogene Querung

Wenn man im Internet Bilder von den Stripsenjoch Klettersteigen sieht, dann sind diese meist zu Beginn des unteren Stripsenkopf-Klettersteigs aufgenommen. Dieser startet nämlich mit einer sehr einfachen, dafür aber langen und aussichtsreichen Querung. Aussichtsreich zumindest dann, wenn man auch gute Sicht hat 🙂 Im Anschluss geht es plattig auf ein grasiges Stück und durch eine Verschneidung auf den unteren Stripsenkopf. Der gesamte Abschnitt ist nie schwerer als „B/C“ und damit auch für Anfänger geeignet.

Vom Ausstieg des unteren Stripsenkopf-Klettersteigs hat man die Möglichkeit direkt auf den Stripsenkopf zu wandern oder wieder ein Stück abzusteigen und über den oberen Stripsenkopf-Klettersteig auf den Gipfel zu gehen.

Ausstieg des oberen Steigteils
Ausstieg des oberen Steigteils

Der obere Stripsenkopf-Klettersteig komplettiert dann das abwechslungsreiche Ensemble: Hier hat man die Möglichkeit nochmal richtig die Muskeln spielen zu lassen – wenn man will. Zunächst geht es grasig und einfach („A“) auf ein Band, das man dann leicht quert. Klammern helfen beim Aufstieg zur Teilung des Steigs. Rechts gelangt man in das schwierige Teilstück: Eine überhängende Querung mündet in einem überhängenden Aufschwung zum Gipfel („B/C“ -> „D/E“->“E“). Da bei uns Ruhetag angesagt war ließen wir diesen Teil „links“ liegen und folgten dem einfacheren Teil über eine, mit Klammern versicherte, Platte zum Gipfel.

Abstieg zur Hütte
Abstieg zur Hütte

Im Gipfelhäuschen findet man das Gipfelbuch und kann sich dann an den Abstieg machen. Wir hatten leider sehr ungemütliches Wetter am Gipfel, stiegen also zügig zurück zur Hütte.

Dafür wählten wir aber nicht den kürzesten Weg, sondern vertraten uns noch ein wenig die Beine und stiegen nach Westen über den Panoramasteig ab. Dieser führt durchweg durch Latschen-bewachsenes Gebiet zum Weg 811, der uns dann zurück zum Stripsenkopfhaus führt. Dieser Weg ist zwar etwas länger als der direkte Abstieg über den Weg 825a, aber durchaus auch sehenswert.

Stripsenjochhaus
Stripsenjochhaus

Bevor man sich an den Abstieg zur Griesner Alm macht sollte man dem Stripsenjochhaus noch einen Besuch abstatten. Eine tolle Terrasse mit grandioser Aussicht und die größte Portion Kaiserschmarrn, die wir diesen Urlaub bestellt haben *yummi*

Abstieg

Wie der Zustieg auch – es gibt keine Alternative 🙂

Fazit

Die Bezeichnung „Übungsklettersteige“ suggeriert hier unserer Meinung nach etwas zu wenig Schwierigkeit. Im oberen Stripsenkopf-Klettersteig kann man zwar die ganz schwierige Stelle umgehen, nichts desto trotz erwartet den Klettersteiggeher dort immer noch eine Stelle in Schwierigkeit „C“ und im Hundskopf-Klettersteig kann man die „C“-Stellen ebenfalls nicht umgehen. Da man aber aller Steige auch umgehen kann, kann man in der Gruppe mit blutigen Anfängern auch erstmal beim unteren Stripsenkopf-Steig anfangen, der wirklich ohne große Klettersteig-Erfahrung machbar ist.

Insgesamt bieten die drei Steige eine sehr abwechslungsreiche Kletterei (Seilbrücke, fotogene Querung, knackige Ausstiegsvariante im oberen Stripsenkopf-Steig). In Verbindung mit der wirklich schönen Hütte am Stripsenjoch ergibt sich ein wirklich toller Tagesausflug.

Informationen

Zustieg01:30 h
Zeit im Steig00:45 h
Abstieg zur Hütte00:45 h
Abstieg zum Parkplatz01:0 h
Höhenmeter im Steig125 m
Höhenmeter gesamt870 m

GPS-Track bei outdooractive.com

Infos und Topo bei bergsteigen.com

Was noch bleibt…

Plant eure Tour nicht allein aufgrund unserer Schilderung. Eine aktuelle Karte, Wetterbericht und die Infos von etwaigen Hüttenwarten sollten immer in die Planung mit einbezogen werden.
Ihr bewegt euch in alpinem Gelände seid nicht zu leichtfertig, denn eine Tour war nur dann erfolgreich, wenn ihr gesund nach Hause ankommt.