Eine fast schon alpine Wanderung, gepaart mit grandiosen Ausblicken über den Gardasee und Relikten aus dem 1. Weltkrieg? Klingt fast zu schön um wahr zu sein, aber die fordernde Wanderung von Pregasina über den Punta dei Larici zum Passo Rocchetta und von dort über einen Kammweg zur Cima della Nara und Cima Bal bietet genau das. Selbst die Fahrt in das beschauliche Pregasina, hoch über dem Gardasee, ist selbst schon einen Ausflug wert.

Über die Cima della Nara und Cima Bal

Auf dieser Wanderung ist eine gewisse Trittsicherheit definitiv von Vorteil und auch die Ausdauer wird zu Beginn der Tour überdurchschnittlich gefordert. Wir starten im beschaulichen Dörfchen Pregasina in der Nähe der Kirche und steigen von dort zunächst zum Aussichtspunkt Punta dei Larici auf. Von dort geht es weiter bis wir durch Bergwiesen den Passo Rocchetta erreichen und von dort auf dem Kammweg die Cima della Nara und Cima Bal passieren um danach wieder, sehr steil, zurück nach Pregasina abzusteigen.

Anfahrt

Die Anreise von Riva del Garda über die SS240 ist zunächst unspektakulär. Erst wenn man Richtung Pregasina abzweigt wird es spannend. Enge Serpentinen führen in das kleine Bergdorf. In Pregasina hat man das Gefühl durch die Vorgärten der Bewohner zu fahren, so eng sind die Straßen. Man sollte sich aber nicht beirren lassen und der „Hauptstraße“ bis zur Kirche folgen – dort sind eine handvoll Parkplätze vorhanden, die in der Regel weniger stark frequentiert sind.



Tourenbericht

Friedhof im Dorf

Friedhof im Dorf

Vom Parkplatz aus passiert man zunächst die Kirche und den winzigen Friedhof mit Kapelle, bevor es über Schotterwege zunächst in den schattigen Wald geht. Man kann nun weiter über eine betonierte Forststraße in leichten Serpentinen aufsteigen oder, wie wir es taten, den direkten Aufstieg über einen Pfad wählen. Der direkte Weg ist zwangsläufig etwas steiler, unserer Meinung nach aber lohnenswerter als das „Gelatsche“ über Betonplatten.

 

 

Nach etwa 2 Kilometern erreicht man eine Kreuzung an der der weitere Weg Richtung Westen verläuft. Man sollte aber die 500 Meter Umweg in Kauf nehmen und zunächst weiter Richtung Süden in Richtung Gardasee zur Punta dei Larici gehen. Auf dem Weg dorthin kommt man nicht nur an alten, verlassenen Hirtenhütten vorbei, der Ausblick von dort auf den Gardasee und Monte Baldo ist einfach überwältigend.

Auf dem weiteren Weg zum Passo Rocchetta kommt man an der unbewirtschafteten Alm Malga Palaer vorbei. Auf manchen Karten ist hier eine Quelle eingezeichnet: Als wir vor Ort waren, war weit und breit kein Wasser in Sicht. Verlasst euch also besser nicht darauf unterwegs eure Wasservorräte auffüllen zu können. Vorbei an den Almwiesen geht es weiter, leicht ansteigend, zum Passo Rocchetta.

Über den Pass geht es zunächst noch über schattige und gut begehbare Wege an den Almwiesen Prati du Guil (1.240m) vorbei. Ab hier ist dann ein Mindestmaß an Trittsicherheit gefragt, denn spätestens ab de Cima della Nara werden die Wege schmal, verblockt und rutschig. Außerdem sind die, offenbar eher weniger begangenen, Wege teils stark bewachsen.

Lago di Ledro

Lago di Ledro

Auf dem Weg zur Cima Bal kommt man an einem geschlagenen Tunnel aus dem 1. Weltkrieg vorbei durch den man auf die andere Seite des Bergrückens gehen kann. Bevor man den Cima Bal erreicht hat man Richtung Nordwesten noch einen schönen Blick auf den Lago di Ledro und Molina di Ledro.

 

 

 

Der Abstieg nach Pregasina ist zunächst durch einige, kaum sichtbare, aber dafür umso spürbarere, Gegenanstiege gespickt bevor es sehr steil durch steiniges Gelände Richtung Parkplatz geht. Nach einem letzten, sehr steilen und nicht besonders knieschonenden Stück erreicht man wieder den Schotterweg, den man bereits zu Beginn gegangen ist und folgt diesem zurück zum Parkplatz.

Fazit

Diese Wanderung bietet eigentlich alles, was man sich von einem schönen Wandertag wünscht: Ein kleines italienisches Bergdorf, Relikte aus vergangenen Zeiten (egal ob es die verfallenen Hirtenhütten oder die Tunnel aus dem ersten Weltkrieg sind), atemberaubende Aussichtspunkte auf den Gardasee, Almwiesen und fast schon alpines Gelände.

Wäre die Tour nicht so sowohl bezüglich der Ausdauer, als auch der Trittsicherheit, so fordernd, wäre sie ein Muss für jeden Gardasee-Touristen. So sollten sich doch eher etwas geübtere Wanderer an diese Tour wagen – diese werden dafür aber am Ende für ihre Mühen belohnt.

Informationen

Strecke 11,8 km
Aufstieg 920 HM
Abstieg 920 HM
Gehzeit (inkl. Pausen) 5:30 h

GPS-Track bei outdooractive.com

Parkplatz: N45° 51.028′ E10° 49.445′
Kapelle mit Friedhof: N45° 50.994′ E10° 49.405′
Punta Larici: N45° 50.118′ E10° 48.982′
Malga Palaer: N45° 50.314′ E10° 48.469′
Cima della Nara: N45° 50.644′ E10° 48.311′
Tunnel aus dem 1. Weltkrieg: N45° 50.905′ E10° 48.495′
Cima al Bal: N45° 51.207′ E10° 48.628′