Nachdem wir im letzten Jahr bereits eine Schneeschuhwanderung am Schwedenwall mit Leihschuhen gemacht haben, floss das diesjährige Weihnachtsgeld in eigene Ausrüstung. Leider war die Schneelage in der Rhön in diesem Jahr nicht perfekt für Schneeschuhwanderungen geeignet (oder wir hatten genau an dem Wochenende keine Zeit für eine Tour). Nichts desto trotz mussten die Schuhe getestet werden bevor wir ins Erzgebirge fuhren. So entschieden wir uns Mitte Januar zum Schneeschuhwandern in der Rhön: Zu einer Tour vom Guckaisee auf den Eubeberg und von dort zur Wasserkuppe mit Einkehr in der Märchenwiesenhütte. Der Rückweg sollte anschließend am Fliegerdenkmal vorbei über den Pferdskopf zurück zum Guckaisee gehen.

Diese Tour eignet sich im Winter bei viel Schnee wirklich nur als Schneeschuh-Tour. Wir bewegen uns teils im offenen Gelände und die Wanderwege sind hier im Winter nicht präpariert.

Tourenbericht

Eins vorweg: Wir hatten wirklich erbärmliche Bedingungen. Der Schnee war verharscht und auf dem Rückweg blies und eine steife Brise mit Graupel entgegen.  Entsprechend schlecht fiel die Sicht auf der gesamten Tour aus und wir können leider nicht mit Bildern bei Traumbedingungen dienen 🙂



Die Tour startet am Parkplatz Guckaisee, kann aber auch von der Wasserkuppe aus gestartet werden. Zum einen ist es aber, unserer Meinung nach, angenehmer am Ende bergab zu gehen, zum anderen ist der Parkplatz am Guckaisee kostenfrei und i.d.R. im Winter immer frei. Von hier aus geht es zunächst rund 150 Höhenmeter über einen Wirtschaftsweg auf den 820m hohen Eubeberg. Auf den letzten Metern sieht man bereits den alten Skilift und bewegt sich in offenem Gelände.

In einer kleinen Schleife bewegt man sich von der ehemaligen Bergstation des Lifts Richtung Nord-Ost und betritt ein kurzes Waldstück. Hier wird es technisch etwas anspruchsvoller, Basaltbrocken, Wurzeln und schmale Wege sind im Sommer schon nicht immer leicht zu begehen, im Winter mit Schneeschuhen muss man noch besser aufpassen wo man seine Yeti-Füße hinsetzt.

Nach wenigen Minuten verlässt man das Waldstück aber bereits und kommt wieder in offenes Gelände, das im Sommer eine prächtige Magerwiese ist. Wir halten uns leicht Richtung Nord-Ost in Richtung Wald bis wir wieder auf einen Wirtschaftsweg treffen. Diesem folgen wir in Richtung Wasserkuppe (Norden) und erreichen nach weiteren ca. 1,5 Kilometern eine kleine Schutzhütte, die sich für die erste Rast super eignet.

Spätestens hier beginnt dann auch der „Schlussanstieg“ zur Wasserkuppe. Wir laufen parallel des südlichen Flugplatzes hinauf zum Radom, das sich uns bei diesen schlechten Bedingungen erst 100 Meter vorher zeigte.

Wer will kann jetzt einen Abstecher zur Märchenwiesenhütte machen und bei einem Cappuccino den Skifahrern zuschauen oder sich direkt wieder an den Abstieg machen.

Dieser verläuft vom Radom nordwestlich zunächst einen steilen Hang hinab zum Fliegerdenkmal. Von hier aus kann man bei ausreichend Schnee direkt den Pferdskopf in südwestlicher Richtung anpeilen, die Wanderwege sind meist eh nicht mehr zu erkennen. Am Pferdskopf lohnt sich (bei guter Sicht) wie immer ein Abstecher zum etwas westlich gelegenen Aussichtspunkt von dem man einen super Blick hat.

Der finale Abstieg zum Guckaisee wird nochmal technisch etwas anspruchsvoller. Vor allem der erste Teil des Weges ist wieder extrem schmal und mit Stufen versetzt, sodass man wieder auf seinen Tritt achten muss. Im weiteren Verlauf ist der Weg wieder mit Basaltbrocken gespickt.

Die letzten Meter zum Parkplatz führen am Guckaisee und den dortigen Guckaistuben vorbei.

Fazit

Das bescheidene Wetter hat uns natürlich die Tour ein klein wenig vermasselt. Wir werden das Ganze sicherlich nochmal bei besserem Wetter gehen und dann auch den Bericht mit besseren Bildern aufwerten. Nichts desto trotz lohnt sich die Tour auf jeden Fall. Viel offenes Gelände ist einfach perfekt zum Schneeschuhwandern. Das wird dann noch mit einer netten Einkehr auf der Wasserkuppe belohnt. Damit es nicht langweilig wird sind auch 2-3 technisch anspruchsvollere Passagen zu begehen – für jeden was dabei!

Informationen

Strecke9,0 km
Aufstieg310 HM
Abstieg310 HM
Gehzeit (inkl. Pausen)3:30 h

GPS-Track bei outdooractive.com

Parkplatz „Guckaisee“: N50° 29.017′ E9° 55.094′
Eube: N50° 28.692′ E9° 55.215′
Rastplatz (Schutzhütte): N50° 29.539′ E9° 55.932′
Märchenwiesenhütte: N50° 30.013′ E9° 56.559′
Fliegerdenkmal: N50° 29.880′ E9° 55.978′
Aussichtspunkt Pferdskopf: N50° 29.426′ E9° 55.040′