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Übersicht
1. Der Utvandrarleden
2. Tag 1: Korrö -> Sandsjön
3. Tag 2: Sandsjön -> Kinnen
4. Tag 3: Kinnen -> Flaken
5. Tag 4: Flaken -> Löften
6. Tag 5: Löften -> Ljuderssjön
7. Tag 6: Ljuderssjön -> Korrö
8. Fazit

Smaland! Zwitschernde Vögel, der Geruch des Tannenwaldes und absolute Stille. Durch Wälder und Wiesen, entlang von Seen und Steinmauern, vorbei an Hütten und Zäunen … erleben Sie hier das echte Småland – zu Fuß, mit dem Fahrrad oder im Kanu.

So steht es auf der offiziellen Seite des Utvandrarleden utvandrarleden.se.

Der Utvandrarleden, auf deutsch „Weg der Auswanderer“, führt durch die Heimat des Autors Vilhelm Moberg und damit durch die Gegend, die auch in seinem Roman „Die Auswanderer“ eine Rolle spielt.

Man kann den Weg erwandern oder, auf einer teilweise alternativen Route, mit dem Fahrrad absolvieren. Teile der Tour kann man auch mit dem Kanu befahren. Besonders für letzteres bietet es sich vermutlich aber an ein Tour-Package bei utvandrarleden.se zu buchen.

Per Rad oder zu Fuß kann man die Planung auch selbst übernehmen und ist dabei auch flexibler bei der Etappen- und Übernachtungsplanung.


Wir beziehen uns im Folgenden auf die Wandervariante des Weges:

Auf der offiziellen Route ist der Utvandrarleden 112 Kilometer lang und überwindet dabei weniger als 200 Höhenmeter. Die einzelnen Etappenlängen unterscheiden sich natürlich je nach gewählter Übernachtungsform. Wir waren mit dem Zelt unterwegs,haben wild gecampt und hatten 6 Tage Zeit: Dabei waren unsere Etappen zwischen 15 und 22 Kilometer lang. Das ist auch, bezogen auf schöne Übernachtungsplätze, eine sinnvolle Einteilung.

An- und Abreise

Als Ausgangspunkt bietet sich Korrö an, hier gibt es eine Jugendherberge und einen kostenlosen Parkplatz für Wanderer des Utvandrarleden.

Korrö liegt etwa 100 Kilometer westlich von Kalmar bzw. ca. 200 Kilometer nordöstlich von Malmö. Die Verbindung mit Öffis nach Korrö ist bescheiden, es bietet sich also eine Anreise mit Bahn oder Flugzeug nach Malmö oder Kalmar an. Von dort geht es dann per Mietwagen weiter. Sicherlich ist die Anreise per Auto auch noch eine dritte Alternative, kommt für uns aber in diesem Fall nicht in Frage. Genauso wie der Flug: Wir fliegen mittlerweile ungerne mit Trekkinggepäck. Zum einen kamen unsere Rucksäcke bei unserer letzten Tour auf Island erst zwei Tage nach uns an und zum anderen muss man sich dann immer vor Ort um Brennstoff kümmern.

Bahnhof Kopenhagen

Wir entschieden uns also für die Bahn in Verbindung mit einem Mietwagen in Kopenhagen mit dem wir dann zuerst nach Lund (kurz hinter Malmö) und am nächsten Tag weiter nach Korrö fahren wollten.

Der Vorteil bei der Anreise über Kopenhagen war in unserem Fall: Der Mietwagen in Kopenhagen war deutlich günstiger als in Malmö und wir konnten über die, wirklich beeindruckende, Öresundbrücke fahren. Der Nachteil dabei: Wir mussten natürlich die Maut für die Öresundbrücke bezahlen, was den Preisvorteil des Mietwagens fast wieder zunichte machte…

Die Brücke ist aber wirklich ein Erlebnis und die Fahrt darüber, trotz 53 Euro Maut pro Strecke, lohnenswert. Wer einen Mietwagen bei Sixt in Kopenhagen mietet kann dort einen Voucher für die Überfahrt kaufen und spart so ein paar Euro.

Kartenmaterial, GPS-Tracks und Orientierung

Auch wenn man keine besonderen Angaben darüber auf der offiziellen Homepage findet sei gesagt: Der Utvandrarleden ist durchgehend gut mit Richtungspfeilen, Schildern und roten Holzpfosten markiert.

Aber gerade für Stellen, an denen zum Beispiel die Fahrradvariante einen anderen Verlauf nimmt bietet sich eine Karte an. Und nicht nur dafür: Auf der Karte findet man auch Windschutze entlang der Strecke, den nächsten Ort, See oder was auch immer. Und nicht zuletzt hilft sie einem im Fall der Fälle, wenn man sich eben doch mal verlaufen haben sollte.

Für diesen Fall empfehlen wir euch die „Terrängkartan 517 Emmaboda“. Im Maßstab 1:50.000 eignet sie sich bestens zum Wandern. Leider fehlt auf dieser Karte der nördlichste Teil des Utvandrarledens. Ihr müsst sie also entweder noch mit der Karte „526 Lessebo“ ergänzen oder für dieses kurze Stück auf die Karte verzichten. Da wir zusätzlich mit GPS unterwegs waren wählten wir die zweite Alternative.

Aber das mit dem GPS gestaltete sich beim Utvandrarleden gar nicht so einfach. Für den Laugavegur, Kungsleden und Co. findet man an jeder Ecke GPS-Tracks – für den Utvandrarleden fanden wir keinen einzigen. Ich habe den Weg also anhand der Karte nachgezeichnet, was letzten Endes sehr gut funktioniert hat. Da wir den Track aber natürlich aufgezeichnet haben wollen wir euch das Suchen ersparen und stellen ihn euch zur Verfügung:

GPS-Track bei outdooractive.com

Am Ende sei noch gesagt, dass man bei utvandrarleden.se auch eine Karte des gesamten Weges bestellen kann. Dabei handelt es sich aber lediglich um einen, auf einem DIN A2 Blatt geplotterten, Ausdruck der Karte, die man dort auch auf der Homepage finden kann. Die Qualität ist mittelmäßig miserabel und leider ihr Geld nicht wert.

Versorgung und Übernachtung

Aber für eines ist die Karte gut: Für das Finden von Jugendherbergen und Einkaufsmöglichkeiten. Das kann man sich aber natürlich auch vorher in die Terrängkartan übertragen.

Insgesamt muss man sagen, dass die Versorgung auf dem gesamten Weg wohl recht gut ist, wenn man kleine Umwege in die Dörfer in Kauf nimmt. Man kommt eigentlich nur bei Konga direkt an einer Einkaufsmöglichkeit vorbei. Wir können auch keine gesicherten Infos darüber geben ob es die anderen Supermärkte in den Orten wirklich gab, wir waren selbstversorgt unterwegs und sind deshalb natürlich nie den Umweg in den Ort gegangen.

Careplus/Sawyer Wasserfilter

Die Versorgung mit Wasser ist dafür allerdings, wenn man einen Filter dabei hat, jederzeit gesichert. Wir hatten den kleinen Care Plus / Sawyer Wasserfilter dabei und kamen damit auf der gesamten Tour gut zurecht. Da wir allerdings zur Blütezeit unterwegs waren, waren die Gewässer voll mit Blütenstaub, was den Filter zum Ende hin schon ziemlich zugesetzt hat – ein Vorfilter wäre hier sinnvoll gewesen. Man hat nicht unbedingt an jedem Übernachtungsplatz Zugang zu Wasser (am See Löften kommt man zum Beispiel nur schwer an den See), muss das also am Vorabend mal kurz auf der Karte checken und im Zweifel unterwegs Wasser filtern – man kommt wirklich ständig an gut zugänglichen Seen oder Bächen vorbei.

Die Übernachtungen kann man auf dem Utvandarleden recht flexibel planen. Utvandrarleden.se bietet dabei eine Übersicht über die, auf dem Weg liegenden, Jugendherbergen, Hostels und B&Bs.

Aber wenn wir schon in Schweden sind wollen wir auch die Vorzüge des Jedermannrechts auskosten und wild zelten. Dazu bieten sich einige schöne Plätze entlang des Weges an, an drei Punkten direkt am Weg gibt es auch kleine Windschutze mit einer Feuerstelle, jeweils direkt am See.

Zum Thema Jedermannsrecht gibt es von der „Swedish environmental protection agency“ eine umfassende Broschüre, die sich jeder vor seinem ersten Schweden-Urlaub durchlesen sollte damit das Privileg des Jedermannrechts erhalten bleibt.

Die Broschüre findet ihr auf der Homepage der Behörde www.swedishsepa.se oder direkt hier.

Schwierigkeiten & Gefahren

Ganz ehrlich: Weder noch…

Der Utvandrarleden eignet sich perfekt für Einsteiger. Zum einen ist man die ganze Zeit relativ einsam auf dem Weg (wir begegneten auf der gesamten Strecke nur einer anderen Gruppe Wanderer), zum anderen ist man dabei aber nie weit vom nächsten Dorf entfernt.

Der Weg verläuft durchgehend über ordentlich zu laufende Wege, keine Kletterei oder sumpfiges Gebiet. Dass man sich natürlich trotz Allem auf einem schmalen Pfad auch mal den Knöchel verstauchen kann liegt auf der Hand. Dazu sei aber gesagt, dass der Handy- und Internetempfang auf der gesamten Route gefühlt deutlich besser war als in deutlichen Ballungsgebieten.

Konditionell hat der Utvandrarleden, je nach Etappeneinteilung, auch keine besonderen Herausforderungen. Weniger als 200 Höhenmeter sind auf der gesamten Strecke zurück zu legen, das hat man bei einer Wanderung im deutschen Mittelgebirge ja teils schon nach dem ersten Anstieg in den Beinen.

Die einzigen Schwierigkeiten und Gefahren waren eine handvoll umgeknickte Bäume über die man drüber klettern oder unter denen man drunter kriechen musste.

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